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derma2know: Abszesse behandeln

5 Fakten über Abszesse

FAQ

Ein Abszess muss von einem geschulten Arzt geöffnet, gespült und nachkontrolliert werden.

Eine Selbstheilung ist bei kleineren Abszessen (ca. bis 1cm) prinzipiell innerhalb weniger Tage möglich. Besteht ein Abszess jedoch über einen längeren Zeitraum oder gewinnt er sogar an Größe, ist eine spontane Heilung unwahrscheinlich.

Abszesse werden dann gefährlich, wenn sie sich ins umgebende Gewebe ausbreiten und so zur sogenannten „Phlegmone“ werden. Insbesondere bei Abszessen am Po ist dies eine gefürchtete Komplikation. Gelangen Bakterien aus dem Abszess in die Blutbahn, können sie sich im ganzen Körper verteilen und so zu einer Blutvergiftung führen.

Abszesse äußern sich mit penetranten Schmerzen, insbesondere wenn man darauf drückt. Bei größeren Abszessen kann man eine Überwärmung (=Körperstelle ist im Vergleich zu anderen wärmer) spüren.

Bei kleinen Abszessen können unterstützend Zugsalben aufgetragen werden. Antibiotikasalben sollte man nicht verwenden, da sie nicht genügend wirken und zu Antibiotika-Resistenzen führen können.

Abszesse behandeln: Mit der richtigen Therapie schmerzhaften Abszessen vorbeugen

Das Bild zeigt die Medizinerin S. Bosshart

S. Bosshart

Universitätsspital Zürich

Wenn aus einer kleinen Wunde wachsende Eiterbeulen entstehen, kann sich ein Abszess dahinter verbergen. Da sich ein Abszess unbehandelt schnell zu einer unangenehmen und potentiell gefährlichen Erkrankung entwickeln kann, ist eine zügige Konsultation eines Arztes unabdingbar. Mehr Informationen zu Abszessen, Prävention und Behandlung jetzt mit derma2go.

Definition: Was ist ein Abszess?

Ein Abszess ist eine Eiteransammlung im Körper. Abszesse können prinzipiell überall im Körper entstehen. So lassen sich unter anderem Abszesse der Haut, der Schleimhaut (Mund, Zahnfleisch) oder des Intimbereiches (Scheide, Damm, After) abgrenzen. Eine Sonderform sind Abszesse von Schweissdrüsen, z.B. in der Achsel, der Leiste oder generell an der Basis von Haaren.

 

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Die Definition eines Abszesses ist die lokalisierte, abgekapselte Ansammlung von Eiter.

Ursachen: Wie entsteht ein Abszess?

Die häufigste Ursache von Abszessen der Haut ist eine bakterielle Infektion, also das Eindringen von Bakterien in die Haut. Prinzipiell geschieht dies mehrmals am Tag, wenn man sich beispielsweise die Haut aufkratzt oder generell die Haut verletzt. Solange das Immunsystem die Bakterien abwehren kann, bildet sich auch kein Abszess. Können die eingedrungenen Bakterien hingegen nicht abgewehrt werden, entsteht eine Eiteransammlung und der Körper entwickelt einen Abszess. Die Hauptmasse eines Abszesses besteht also aus einer Mischung aus toten Immunzellen (=Eiter) und Bakterien.

Die Entstehung von Abszessen wird durch vorbestehende Hautläsionen vereinfacht, insbesondere, wenn diese schon infiziert sind. Eine solche Hautläsion stellt z.B. Akne bei Patienten dar, die eine aggressivere Bakterienflora (z.B. MRSA) auf der Haut tragen.

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In die Haut eingedrungene Bakterien sind die häufigsten Ursachen eines Abszesses.

Symptome: Wie äußert sich ein Abszess?

Ein Abszess ist eine schmerzhafte, gerötete Schwellung an unserem Körper. Bei größeren Eiterbeulen kann man zudem eine Überwärmung im Vergleich zum umgebenden Gewebe feststellen. Ärzte können mittels Tasten herausfinden, ob sich Flüssigkeit in dieser Beule angesammelt hat. Laien sollten es vermeiden auf potentiellen Abszessen herumzudrücken, da sie so eine Verschlimmerung der Entzündung riskieren können.

Wegen der entzündlichen Reizung des angrenzenden Gewebes, sind Bewegungen schmerzhaft, die Druck oder Zug auf den Abszess ausüben. Dieser Schmerz hat aber auch einen positiven Effekt: Er erinnert den Patienten daran den Abszess ruhigzustellen, sodass sich dieser nicht weiter im Gewebe ausbreitet.

Potentielle Begleiterscheinungen von Abszessen sind Fieber, geschwollene Lymphknoten, Schüttelfrost, Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

 

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Einen Abszess erkennt man an der schmerzhaften, geschwollenen Rötung.

Differentialdiagnose: Ist es wirklich ein Abszess?

Nicht jedes Krankheitsbild ist eindeutig einer Erkrankung zuzuordnen. So können sich klinische Bilder ähneln und nur durch einen erfahrenen Arzt voneinander unterschieden werden. Um einen Abszess von einer einfachen Entzündung klar zu unterscheiden, muss Flüssigkeit darin festgestellt werden.

Es gibt zudem unzählige Hautläsion, die als rundliche Struktur imponieren, jedoch nicht entzündet – d.h. nicht gerötet und schmerzhaft – sind. Ein Beispiel dafür ist die verstopfte Talgdrüse. Diese sind keine Abszesse.

 

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Abszesse zeigen immer die Symptome einer Entzündung: Schwellung, Rötung und Schmerzen.

Prävention und Therapie: Nachhaltig Abszesse behandeln

Prävention: Abszessbildung vorbeugen

Für die Abszessbildung ist in den meisten Fällen das Eindringen von Bakterien in die Haut verantwortlich. Eine sinnvolle Maßnahme ist es daher, Hautverletzungen sofort mit einem hautverträglichen Desinfektionsmittel aus der Apotheke zu desinfizieren.

Da für das Eindringen eines Bakteriums eine winzige Hautverletzung ausreicht, bemerkt man diese nicht immer. Hat sich bereits eine Entzündung gebildet, die erst wenig Flüssigkeit einschließt, kann man zum Beispiel mit Zugsalbe versuchen eine Verschlimmerung und die Entstehung eines Abszesses abzuwenden.

 

Behandlung: Abszesse operativ Entfernen

In der Regel muss ein Abszess operativ entfernt werden und kann nicht durch die Einnahme von Antibiotika behandelt werden. Ein Abszess kann sich vereinfacht als Kugel vorgestellt werden, die nur an der Oberfläche mit dem menschlichen Immunsystem und Blutgefäßen in Kontakt kommt. Würde nun ein Antibiotikum systemisch über die Blutgefäße an die Eiteransammlung transportiert werden, wäre die Angriffsfläche zu gering und die gewünschte Wirkung ausbleiben. Es braucht eine größere Angriffsfläche als nur die Oberfläche des Abszesses, um diesen erfolgreich zu therapieren. Auch Salben können nur die Oberfläche der Eiterbeule erreichen. Daher muss ein Arzt in einer Operation den Abszess mit einem gezielten Schnitt öffnen und den Eiter herausspülen. Ob danach Antibiotika zusätzlich notwendig sind, muss der Arzt individuell entscheiden.

 

„Wieso kann ich nicht den Abszess selber ausdrücken?“

Eine Eigenbehandlung von Eiterbeulen mag zwar verlockend sein, ist jedoch absolut nicht sinnvoll oder zu empfehlen. Nach dem Ausdrücken schließt sich die sogenannte „Abszesshöhle“ sofort wieder, ohne die Bakterien vollständig zu entfernen. Das von der Infektion geschädigte Gewebe und die warme, feuchte Umgebung helfen den verbliebenen Bakterien, sich sofort wieder zu vermehren. Der Abszess würde sich also erneut bilden. Aus diesem Grund legt der Arzt zum Schluss eine mit Desinfektionsmittel getränkte Lasche in die Abszesshöhle ein, um noch im Gewebe befindliche Bakterien abzutöten.

Hausmittel wie Zugsalben können in der Therapie unterstützend eingesetzt werden, ersetzen meist aber nicht den Arztbesuch.

 

„Mein Abszess ist von selbst geplatzt – was nun?“

Leider bleibt auch hier der Arztbesuch nicht erspart. Wichtig ist, nicht auf dem geschädigten Gewebe rumzudrücken. So werden die noch darin befindlichen Bakterien tiefer in das zum Teil noch gesunde Gewebe einmassiert. Der Arzt ist geschult, mit möglichst wenig Druck zu arbeiten und diesen Vorgang zu verhindern. Zudem stehen ihm sterile Instrumente zur Verfügung, um keine neuen Bakterien in die Wunde einzuschleppen.

 

Dr. med. Christian Greis empfiehlt: Das hilft bei Abszessen wirklich

Der am Universitätsspital Zürich praktizierende Dermatologe Dr. Greis erklärt, was seinen Patienten wirklich geholfen hat.

  1. Bei einem Abszess ist die Therapie der Wahl eine Abszess-Inzision. Hierbei wird nach erfolgter Desinfektion und Lokalanästhesie mit einem Skalpell der Abszess eröffnet. Der flüssige Eiter entleert sich. Anschließend wird die Wundhöhle mit Desinfektionsmittel gespült
  2. Durch selbstständiges Ausrücken von Abszessen kann der Eiter in umliegendes Gewebe gedrückt werden und die Entzündung sich verschlimmern.
  3. Bei wiederholt auftretenden Abszessen muss man der Ursache auf den Grund gehen. Häufig liegt eine bakterielle Besiedlung der Nasenschleimhäute vor.

Das Bild zeigt den Gründer von derma2go und Oberarzt des Universitätsspitals Zürich Dr. med. Christian Greis am Schreibtisch sitzend.

 

Nach einer Abszess-Operation geht es betroffenen Patienten häufig sofort besser und die Schmerzen lassen nach. Wichtig ist, dass sich der Abszess nach erfolgter Operation nicht wieder auffüllt. Hierzu legen wir meist eine kleine Lasche in den eröffneten Abszess, damit sich die offene Stelle nicht sofort wieder verschließt.

-Dr. med. Christian Greis

 

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Ist ein Abszess einmal entstanden, muss er mittels einer Operation entfernt werden. Hausmittel können die Therapie unterstützen, diese jedoch nicht ersetzen.

Maßnahmen, die das Eintreten von Bakterien in die Haut verhindern, können auch Abszesse verhindern.

Sonderformen und Begleiterkrankungen

Besondere Vorsicht ist bei Abszessen am Po geboten. Anders als an anderen Körperstellen gibt es im Po über weite Strecken keine „Trennwände“, die eine Infektion aufhalten könnten. Bei Abszessen am Po bis hin zum After (sog. Perianaler Abszess) besteht also die Gefahr einer Abszessausbreitung. Eine solche Abszessausbreitung (im Fachjargon „Phlegmone“ genannt) muss in einer größeren Operation und oft mit ästhetisch weniger befriedigendem Resultat therapiert werden.

Einige Patienten entwickeln vermehrt Abszesse. Dies kann bei einer Hautbesiedelung mit aggressiven Bakterien geschehen, die man jedoch behandeln kann. Andere Ursachen für wiederkehrende oder mehrere gleichzeitig auftretende Abszesse sind Krankheiten, die das Immunsystem schwächen. Einige wenige Beispiele dafür sind Diabetes, AIDS oder Niereninsuffizienz.

 

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Insbesondere bei Abszessen am Po sollte ein Arzt aufgesucht werden. Treten mehrere Abszesse gleichzeitig auf, muss an die Möglichkeit einer zugrunde liegenden Krankheit gedacht werden.

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