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derma2know: Chlamydien behandeln

5 Fakten über Chlamydien

FAQ

Die Erkrankung macht sich bei Betroffenen beider Geschlechter durch Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen und genitalen Ausfluss bemerkbar. Bei Frauen treten außerdem gelegentlich Zwischenblutungen und Bauchschmerzen auf. Häufig zeigt sich die Erkrankung jedoch auch gänzlich ohne Beschwerden.

Die Erkrankung wird meistens beim Geschlechtsverkehr übertragen. Auch eine Infektion bei direktem Kontakt der Schleimhäute zu infektiösem Sekret z.B. über Gegenstände und eine Infektion des Neugeborenen beim Geburtsvorgang sind jedoch möglich.

Die Infektion mit Chlamydien kann von selbst ausheilen, sodass die Bakterien bei Betroffenen nicht mehr nachweisbar sind. Aufgrund des hohen Risikos einer Übertragung und schwerer Folgen der Krankheit ist eine antibiotische Behandlung durch den Arzt trotzdem in allen Fällen notwendig.

Die symptomfreie Inkubationszeit beträgt zwischen einer und drei Wochen. Vor allem bei Frauen treten jedoch auch im Verlauf häufig keine Beschwerden auf.

Nach ungefähr acht Wochen sollte erneut eine Kontrolle durch den Arzt stattfinden. Besonders bei Schwangeren ist dies zum Schutz des Kindes wichtig. Eine zusätzliche Testung auf weitere Geschlechtskrankheiten ist außerdem empfehlenswert.

Chlamydien behandeln: Sexuell übertragbare Erkrankungen erkennen und eindämmen

Paulina Köhler

LUDWIG MAXIMILIAN UNIVERSITÄT MÜNCHEN

Alleine im Jahr 2018 kam es in Europa zu über 400.000 Neuinfektionen mit genitalen Chlaymdien. Infektionen mit Chlamydia trachomatis gehören zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen und sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Woran man eine Chlamydieninfektion erkennt und ob Frauen oder Männer häufiger betroffen sind erfahren Sie jetzt mit derma2go.

Definition: Was sind Chlamydien?

Die Chlamydieninfektion entsteht durch Ansteckung mit verschiedenen Formen des gleichnamigen Bakteriums. Die Infektion mit einer Subspezies des Bakteriums, Chlamydia trachomatis, gehört zu der Familie der Geschlechtskrankheiten. Als eine der sexuell übertragbaren Erkrankungen erfolgt die Ansteckung mit dem Erreger bei direktem Schleimhautkontakt, wie z.B. bei jeglicher Art ungeschützten Geschlechtsverkehrs. Eine weitere Ursache der Übertragung des Bakteriums ist Schleimhautkontakt mit infektiösem Sekret oder die Ansteckung des Kindes beim Geburtsvorgang. Bei Männern und Frauen macht sich die Erkrankung durch Schmerzen beim Wasserlassen und durch den Ausfluss eitrigen Sekrets bemerkbar. Je nach Lokalisation der Infektion können weitere Symptome der Chlamydien-Infektion auftreten. Die Erkrankung kann bei beiden Geschlechtern zu Unfruchtbarkeit führen oder auch symptomlos verlaufen und von selbst ausheilen.

Ursachen: Wie entstehen Chlamydien?

Die Chlamydien-Infektionen gehören zu den bakteriellen Infektionskrankheiten. Sie entstehen durch Übertragung der Bakterien, die in verschiedene Subgruppen eingeteilt werden und sich durch Beschwerden und Übertragungsweg erheblich unterscheiden. Die Ansteckung mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis (D-K, L1-3) findet hauptsächlich bei Geschlechtsverkehr statt und gehört somit zum Formenkreis der sexuell übertragbaren Erkrankungen. Auch über direkten Schleimhautkontakt mit dem ansteckenden Sekret können Betroffene Chlamydien bekommen. Eine Infektion des Kindes beim Geburtsvorgang gehört zu den weiteren möglichen Ursachen der Chlamydien-Infektion.

In seltenen Fällen ist die Übertragung mancher Subgruppen des Erregers auch über gemeinsame Schwimmbadnutzung bei schlechten hygienischen Bedingungen möglich. Die symptomfreie Inkubationszeit bei Erstinfektion beträgt nach Ansteckung ungefähr ein bis drei Wochen. Doch auch im Verlauf zeigt sich die Erkrankung häufig ohne Beschwerden und bleibt von den Betroffenen unbemerkt. Trotz des symptomfreien Verlaufs ist die Erkrankung jedoch ansteckend. Die Prävention in Form von Kondomen beim Geschlechtsverkehr und Testungen bei Verdacht einer Infektion mit Chlamydien ist daher wichtig.

 

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Aufgrund der schweren Folgen einer Infektion und der hohen Übertragungsrate beim Geburtsvorgang wird während der Schwangerschaft in Deutschland auf eine Infektion mit Chlamydien gescreent.

Symptome: Wie äußert sich die Erkrankung mit Chlamydia trachomatis (D-K, L1-3)?

Die Infektion mit Chlamydia trachomatis löst eine Entzündungsreaktion an den betroffenen Arealen aus. Die beschwerdefreie Inkubationszeit beträgt ungefähr ein bis drei Wochen. Daraufhin kommt es zu Symptomen, die nach Lokalisation und Ausbreitung der Entzündungsreaktion variieren. Auch ein gänzlich symptomloser Verlauf ist möglich.

 


Chlamydieninfektion der Genitale und des Harntraktes

Nach ein bis drei Wochen beschwerdefreier Inkubationszeit können erste Symptome auftreten. Die Infektion mit Clamydien ist durch eitrigen Ausfluss aufgrund der Entzündung der Harnröhre gekennzeichnet. Der Ausfluss sowie Schmerzen beim Wasserlassen werden häufig nicht korrekt als Krankheitssymptome erkannt. Eine schmerzhafte Entzündung der Harnröhre und der Geschlechtsdrüse im Scheidenvorhof können eindeutigere Hinweise auf ein krankhaftes Geschehen liefern. Der Erreger kann sich vom ursprünglichen Ort der Entzündung zum Gebärmuttereingang auf die Gebärmutterschleimhaut, die Tuben und den Bauchraum bis auf die Leberkapsel ausbreiten. Der Entzündungsprozess kann daraufhin Verklebungen und Vernarbungen verursachen. Speziell die Verklebung der Tuben kann zu Unfruchtbarkeit betroffener Patienten führen. Auch chronische Unterleibsschmerzen und das erhöhte Risiko einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter gehören zu möglichen Folgen der Erkrankung bei Frauen.
Auch beim Mann sind häufiges Harndranggefühl und Schmerzen beim Wasserlassen zumeist die ersten Chlamydiensymptome. Durch die Entzündung der Harnröhre kann es zusätzlich zu eitrigem Ausfluss aus dem Penis kommen. Bei Aufsteigen der Infektion, ist zudem eine schmerzhafte Entzündung von Prostata und Nebenhoden möglich. Die Entzündung der Prostata wird als mögliche Ursache der Unfruchtbarkeit des Mannes infolge einer Infektion mit Chlamydien diskutiert.
Entsprechend der sexuellen Praktiken treten im Rahmen der Geschlechtskrankheit auch Entzündungen des Enddarms, des Rachens und der Bindehaut des Auges auf.

Lymphogranuloma venereum

Am Ort der Infektion kann innerhalb ungefähr einer Woche ein schmerzloses Bläschen entstehen. Daraus kann sich im Verlauf ein oberflächliches Geschwür entwickeln. In der betroffenen Region schwellen innerhalb eines Monats die Lymphknoten schmerzhaft an. Diese können mit der Zeit Aufbrechen und bilden bei Abheilung Narben, wodurch es zu Störungen des Abflusses der Lymphe kommen kann. Je nach betroffenem Areal kann es hierbei auch zur Entstehung mit Eiter gefüllter Hohlräume und zu Fisteln kommen. Auch der Verschluss von natürlichen Hohlräumen oder Passagewegen kann verursacht werden, wie z.B. bei einer Entzündung des Enddarms.

Chlamydien-Infektion der Augen

Die Entzündung der Bindehaut des Auges kann bei häufigen Reinfektionen zur Narbenbildung an der Bindehaut und zu einer Wölbung der Augenlider nach innen führen. Die Wimpern verursachen hierbei wiederholt Verletzungen der Hornhaut. Unbehandelt kann es zur Erblindung der Betroffenen kommen.

Chlamydieninfektion bei Neugeborenen

Bei infizierten Schwangeren kann es zu einer Infektion des Neugeborenen mit Entzündung der Bindehaut und des Mittelohres kommen. Auch das Auftreten einer schweren Lungenentzündung kann Folge der Infektion eines Neugeborenen sein, wenn erregerhaltiges Vaginalsekret bei der Geburt eingeatmet wird. Es besteht zusätzlich das Risiko einer Frühgeburt und weiterer Komplikationen in der Schwangerschaft.

 

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Die Entzündung der Tuben mit anschließender Verklebung bei einer Chlamydien Infektion ist der häufigste Grund für Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter und der zweithäufigste Grund für nicht-angeborene Unfruchtbarkeit bei Frauen.

Tuben ist die medizinische Bezeichnung für Eierstock und Eileiter.

Differentialdiagnose: Sind es wirklich Chlamydien?

Eine Infektion mit Chlamydien ist anhand der Beschwerden schwer von anderen Geschlechtskrankheiten abzugrenzen. Dementsprechend kann meist keine Diagnose ausschließlich auf Grundlage der Symptome gestellt werden. Speziell bei der Chlamydieninfektion an den Genitalen und den Harnwegen treten ähnliche Beschwerden auch bei Gonorrhoe, Infektionen mit Mykoplasmen/Ureaplasmen, Trichomonaden und anderen Bakterien und Viren (z.B. Herpes simplex-Virus) auf. Bei einer bestätigten Infektion mit Chlamydien ist eine Testung auf weitere Geschlechtskrankheiten empfehlenswert, um eine Infektion mit mehreren Erregern gleichzeitig auszuschließen.

 

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Koinfektionen mit Gonokokken sind häufig und treten bei ca. 15% der Männer auf.

Therapie und Prävention: Chlamydien behandeln

Prävention: Chlamydien vorbeugen

Die konsequente Verwendung von Kondomen bei jeglicher Form des Geschlechtsverkehrs ist die Grundlage der Prävention einer Infektion mit Chlamydien. Wie auch bei anderen Geschlechtskrankheiten bietet diese Verhütungsmethode einen guten Schutz vor einer möglichen Ansteckung. Aufgrund der möglichen Übertragung durch Kontakt von Schleimhäuten mit infektiösen Sekreten z.B. durch Gegenstände, ist eine frühzeitige Therapie wichtig. Geschlechtsverkehr sollte bis zum Ende der Therapie und dem Abheilen der Läsionen gemieden werden. Besonders bei häufigem Partnerwechsel ist regelmäßiges Testen beim Arzt auf Tripper und andere Geschlechtskrankheiten empfohlen. Zudem sollten alle Geschlechtspartner der vergangenen zwei Monate informiert und getestet werden. Leider ist wegen häufiger falsch negativer Befunde meist nicht sicher festzustellen, woher die Infektion ursprünglich kam.

 

Behandlung: Chlamydien trachomatis

Die Infektion mit Chlamydien kann von selbst ausheilen. Wegen der schweren möglichen Folgen ist eine Therapie nach Diagnosestellung jedoch immer dringend zu empfehlen. Diese ist zeitnah anzustreben, da selbst bei Behandlung entstandene Schäden nicht immer geheilt werden können. An erster Stelle steht bei der Behandlung einer Infektion mit Chlamydien die Therapie mit Antibiotika. Je nach Symptomatik und der Ausdehnung der Entzündung unterscheidet sich die Behandlungsdauer. Nach Therapieende und bis zur Kontrolluntersuchung ist auf Sex zu verzichten. Es wird zudem empfohlen sich auf weitere sexuell übertragbare Erkrankungen testen zu lassen.

 

Dr. med. Christian Greis empfiehlt: Das hilft bei Chlamydien wirklich

Der am Universitätsspital Zürich praktizierende Dermatologe Dr. Greis erklärt, was seinen Patienten wirklich geholfen hat.

  1. Konsequenter Schutz mit Kondomen bei sexuellem Kontakt jeglicher Art.
  2. Regelmäßiges Testen auf die Erkrankung bei häufigem Partnerwechsel und Annahme der angebotenen Vorsorgeuntersuchungen.
  3. Zeitnahe Vorstellung beim Arzt, wenn man eine Infektion mit Chlamydien vermutet.
  4. Zeitnahe Vorstellung beim Arzt bei nachgewiesener Infektion mit Chlamydien bei einem Sexualpartner.

Das Bild zeigt den Gründer von derma2go und Oberarzt des Universitätsspitals Zürich Dr. med. Christian Greis am Schreibtisch sitzend.

 

“Die Infektion mit Chlamydien kann schwerwiegende Folgen für Betroffene haben. Man sollte deshalb die vorhandenen Möglichkeiten für Testungen in Anspruch nehmen und sich bei Verdacht sofort bei einem erfahrenen Arzt vorstellen.“

-Dr. med. Christian Greis

 

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Testung bei Verdacht der Erkrankung ist Teil der erfolgreichen Prävention einer Chlamydien-Infektion. Für Frauen unter 25 Jahren besteht das Angebot eines jährlichen Screenings auf Chlamydien.

Um eine Reinfektion durch den Partner zu vermeiden, ist eine Mitbehandlung des Partners unabhängig vom Testergebnis des Partners Basis einer erfolgreichen Therapie.

Chlamydien: Sonderformen und Begleiterkrankungen

 


Chlamydia pneumoniae

Es besteht ein hoher Durchseuchungsgrad mit dem Bakterium Chlaymdia pneumoniae. Jeder Mensch in Deutschland hat im Durchschnitt mindestens einmal im Leben in Kontakt mit dem Erreger. Er verursacht ungefähr 10% der Lungenentzündungen, die nicht im Krankenhaus erworben wurden. Die Erkrankung wird hauptsächlich vom Menschen übertragen, wobei die Infektion über Partikel in der Luft und Speichelkontakt erfolgt. Nach ein- bis vierwöchiger beschwerdefreier Inkubationszeit, treten häufig Symptome einer Entzündung der oberen Atemwege (Rachen, Nebenhöhlen, Bronchien) auf. Häufig bleibt die Erkrankung jedoch symptomfrei. Allerdings sind auch schwere Verläufe mit Entzündungen der Gelenke, der Herzklappen und des –muskels sowie der Hirnhäute und Nerven möglich. Zudem können schmerzhafte Entzündungen des Unterhautfettgewebes an Armen, Beinen und Gesäß mit lokalisierten Rötungen auftreten. Dies kann durch ein allgemeines Schwächegefühl und Fieber begleitet werden.

Chlamydia psittaci

Die Ansteckung mit Chlamydia psittaci entsteht beim Einatmen der Erreger aus Federstaub und Kot infizierter Vögel und kann nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Es sind dementsprechend besonders Berufsgruppen mit häufigem Kontakt zu Vögeln betroffen, sodass die Infektionskrankheit zu den offiziellen Berufskrankheiten gehört. Die symptomlose Inkubationszeit beträgt ca. ein bis vier Wochen. Der Krankheitsverlauf variiert jedoch stark. Es kann im Rahmen der Erkrankung zu Lungenentzündungen mit Reizhusten und zu akutem Auftreten grippeähnlicher Symptome kommen. Bei Übertreten in den Blutkreislauf besteht die Möglichkeit einer Entzündung der Hirnhäute und der Herzmuskel sowie –klappen mit schwerwiegenden Folgen. Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist somit auch bei einer Ansteckung mit dieser Form der Chlamydien angezeigt.

 

 

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Koinfektionen mit Gonokokken sind häufig und treten bei ca. 15% der Männer auf.

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