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derma2know: Rosazea behandeln

5 Fakten über Rosazea

FAQ

Die Ursache für die Entstehung der Rosazea konnte bisher nicht abschließend identifiziert werden. Jedoch wird ein Zusammenspiel genetischer Komponenten und äußerer Einflüsse vermutet.

Wer an Rosazea leidet sollte scharfe Lebensmittel meiden. Auch heiße Nahrungsmittel sowie Alkohol fördern die Gesichtsrötung.

Rosazea ist eine chronische Hauterkrankung, die nach aktuellem Stand der Forschung nicht heilbar ist.

Bei Rosazea gibt es verschiedene Cremes, die je nach Ausprägung der Erkrankung zum Einsatz kommen. Im akuten Stadium ist eine verschreibungspflichtige Antibiotikacreme hilfreich.

Rosazea behandeln und zurück zu gesunder Haut: Mit der richtigen Therapie ein befreites Lebensgefühl genießen

Das Bild zeigt den Gründer von derma2go und Oberarzt des Universitätsspitals Zürich Dr. med. Christian Greis.

Dr. med. Christian Greis

Oberarzt Universitätsspital Zürich

Eine weit verbreitete Erkrankung der Haut zeichnet sich durch eine besonders markante Symptomatik im fortschreitenden Alter aus: Rosazea. Als krankhafte Hautveränderung, die primär im Gesicht auftritt, empfinden sie viele Betroffene als besonders belastend.  Mit einer Häufigkeit von bis zu 5% in der Bevölkerung, kann die Veränderung der Haut bei Frauen bereits ab dem 35. Lebensjahr auftreten, während Männer meist erst ab dem 50. Lebensjahr betroffen sind. Mehr Informationen zu Rosazea, Behandlung und Prävention jetzt mit derma2go.

Definition: Was ist Rosazea?

Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die bis zu 5% der Bevölkerung betrifft und nicht ansteckend ist. Sie tritt in Schüben auf und äußert sich über Veränderungen der Haut im Gesicht. Dabei weiten sich die kleinen Blutäderchen in der Haut, die sich in Rötungen äußern. Je nach Ausprägung der Krankheit können sich weitere Symptome wie Pustel- und Knotenbildung entwickeln. Eine Sonderform der Rosazea kann zudem die Augen betreffen. Da die Erkrankung primär das Gesicht betrifft leiden Patienten häufig unter der negativen, psychischen Beeinträchtigung der Erkrankung. Eine Heilung ist nach derzeitigem Forschungsstand nicht möglich.

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Rosazea wird auch als Acne rosacea bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch irreführend, da Rosazea keine Mitesser wie bei der Akne üblich ausbildet.

Ursachen: Wie entsteht Rosazea?

Die Ursache für Rosazea ist bisweilen nicht final gesichert. Es wird jedoch eine genetische Veranlagung vermutet, die im Zusammenspiel mit Entzündungs- und Immunreaktionen eine Veränderung der Blutgefäße in der Haut verursacht und durch eine gestörte Schutzfunktion der Epidermis (=Oberhaut) begünstigt wird. Experimentelle Hinweise deuten auf eine Störung der Immunantwort hin, die durch genetisch veränderte, antimikrobielle Peptide bedingt werden. Zusätzlich konnten bei zahlreichen Patienten die Demodex-Milbe nachgewiesen werden, die zur Entzündung beiträgt.  

Ausgelöst wird die Krankheit durch innere wie äußere Einflüsse. Ein Auslöser ist dabei die Sonne. Die Sonnenstrahlen beeinflussen das Bindegewebe sowie Blut-und Lymphgefäße, dass es zu einer Erweiterung der Kapillaren (= Blutgefäßen) kommt und Entzündungen begünstigt werden.

 

Potentiell auslösende Faktoren für einen Schub

  • Stress

  • Alkohol

  • Scharfes Essen

  • Sonnenstrahlen

  • Warme Getränke

  • Starke Hitze oder Kälte

  • Kosmetik

  • Nikotin

  • Medikamente

  • Kaffee und Tee

  • Waschlotionen mit einem pH-Wert über 7

  • Physikalische Reize

 

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Sonneneinstrahlung auf der Gesichtshaut spielt eine wichtige Rolle in der Entstehung von Rosazea. Solarien können ebenfalls zum Ausbruch der Krankheit beitragen und sollten daher gemieden werden.

Auslösende Faktoren werden auch Trigger genannt.

Symptome: Wie äußert sich Rosazea?

Rosazea äußert sich in verschiedenen Symptomen, die sich in unterschiedliche Ausprägungsstufen unterteilen lassen. Primär sind die Symptome im Gesicht zu finden. Besonders betroffene Hautstellen sind dabei Wangen, Nase, Kinn und Stirn. In selteneren Fällen können sich krankhafte Veränderungen der Haut auch am Hals und dem Dekolleté bemerkbar machen. Mund und Augen sind in der Regel nicht betroffen.

Generell zeichnet sich die Haut als äußerst empfindlich aus und reagiert sensibel auf äußere Einflüsse wie Pflegeprodukte, Kosmetik und Medikamente – topisch wie systemisch. Je nach Zustand der Haut kann sie leicht anschwellen, sich abschälen, brennen und/oder jucken.

Da Rosazea primär im Gesicht auftritt, stellt sie eine sehr belastende Situation für Betroffene dar und kann die Lebensqualität stark mindern. Besonders Frauen leiden sehr unter den Hautveränderungen, da sie nur bedingt zu kaschieren sind.

 

Ausprägungsstufen von Rosazea


Vorstufe: Rosacea-Diathese

• Plötzlich auftretende Hautrötungen (=Erytheme)
• Flüchtiges Erscheinen, schnelles Abklingen

Typ 1: Rosacea erythematosa-teleangiectatica

• Diffuse Rötung der Haut
• Sichtbare, erweiterte Gefäße (=Teleangiektasien)
• Brennendes Gefühl der Haut mit Juckreiz

Typ 2: Rosacea papulopustulosa

• Diffuse Rötung der Haut
• Sichtbare, erweiterte Gefäße
• Brennendes Gefühl der Haut mit Juckreiz
• Eiterpickel
Ähnliches Hautbild wie bei Akne, jedoch sind die krankhaften Veränderungen der Haut kleiner und enger beisammen. Bei der Rosacea treten keine Mitesser (=Komedonen) auf.

Glandulär-hyperplastische Rosacea

• Wucherung des Bindegewebes und der Talgdrüsen
• Knotige Verdickung der Nase (=Rhinophym); primär bei Männern
• Seltene Wucherungen an Ohr (=Otophym), Kinn (=Gnatophym), Nasenwurzel (=Metophym) oder den Augenlidern (=Blepharophym) möglich
Betroffene können mehrere Typen der Rosazea entwickeln. Auch kann sich ein Subtyp in einen anderen Subtyp entwickeln.

Differentialdiagnose: Ist es wirklich Rosazea?

Die Diagnose Rosazea wird durch einen Dermatologen gestellt. Dabei untersucht dieser die betroffenen Hautareale und erfragt die Krankheitsgeschichte des Patienten. Laboruntersuchungen, die eine eindeutige Identifikation der Rosazea ermöglichen, gibt es bisweilen nicht. Im Zweifel kann jedoch eine Biopsie der Hautstellen durchgeführt werden. Hauterkrankungen mit einem ähnlichen Krankheitsbild sind dabei:

Eine eindeutige Diagnose kann nur von einem erfahrenen Dermatologen gestellt werden. Daher ist bei ersten Anzeichen einer Rosazea eine dermatologische Abklärung ratsam.

 

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Spricht ein Arzt von einem klinischen Bild, spricht er von der Gesamtheit aller auftretenden Symptome.

Therapie und Prävention: Rosazea behandeln

Behandlung: Symptome wirksam lindern

Rosazea ist nach dem aktuellen Forschungsstand nicht heilbar, jedoch ist die chronische Hauterkrankung gut behandelbar. Bei der Behandlung geht es primär darum, die Symptome zu lindern und die schubfreie Zeit zu verlängern. Da sich Rosazea in verschiedenen Typen und Mischformen ausprägt, sollte in regelmäßigen Abständen ein Dermatologe die Therapie individuell anpassen.

Behandlungsansätze


Vermeidung von Trigger-Faktoren
Rosazea wird durch den Kontakt mit verschiedenen Trigger-Faktoren ausgelöst. Dabei reagieren Haut und Körper individuell auf Reizstoffe, die bei einer gesunden Haut zu keiner Reaktion führen würden. In der Rosazea-Behandlung ist es daher wichtig, solche Trigger-Faktoren zu identifizieren und zu meiden.

Topische Behandlung

Eine topische Behandlung ist eine lokale Wirkstofftherapie, die nur auf den betroffenen Hautstellen angewandt wird.
• Antibiotika, wirken primär entzündungshemmend
• Cremes, welche eine Verengung der Blutgefässe bewirken

Systemische Behandlung

Bei einer systemischen Behandlung wird das Medikament eingenommen und über das Blutgefäßsystem verteilt.
• Antibiotika, wirken primär entzündungshemmend
• Retinoide

Laserbehandlung

Um anhaltende Rötungen und Gefäßerweiterungen nachhaltig zu entfernen, werden die betroffenen Hautareale mit einem Farbstoff-Laser behandelt. Zusätzlich zur Laserbehandlung können Gefäßerweiterungen mit Strom verödet werden.

Chirurgische Therapie

Eine mögliche Behandlung des Rhinophyms und anderen Wucherungen der Haut- und Talgdrüsen ist eine chirurgische Abtragung. Über verschiedene Verfahren wie Dermabrasion oder Dermashaving können überschüssige Zellen entfernt und eine ästhetisch ansprechende Optik wiederhergestellt werden.

Prävention: Schübe verzögern und vermeiden

Da Schübe teils sehr schmerzhaft sind und eine psychische Belastung darstellen, gilt es, den nächsten Schub möglichst lange hinauszuzögern. Dabei steht im Zentrum eine sorgfältige und umfassende Hautpflege, hier auch Basispflege genannt.


Basispflege

Bei Rosazea zeigt sich die Haut empfindlich und leicht reizbar gegenüber verschiedenen Umwelteinflüssen. Mit der richtigen Hautpflege können Betroffene ihre Haut stärken und weiteren Schüben vorbeugen.

Besonders zu empfehlen sind dabei feuchtigkeitsspendende Cremes, Pflegeprodukte die frei von Duft- und Konservierungsstoffen sind und eine Reinigung der Haut mit leicht sauren (pH-Wert über 7) Waschlotionen. Bei der Hautreinigung sollte zudem nicht zu stark mit einem Handtuch oder Waschlappen über die Haut gerieben werden, um Reizungen zu verhindern. Auch sollten Betroffene zu heißes Baden oder Duschen vermeiden.

Die Basispflege sollte auf unterschiedliche Begebenheiten ausgerichtet sein:
Im Winter benötigt die Haut beispielsweise eine intensivere Pflege als im Sommer. Die kalten Temperaturen und die niedrige Luftfeuchtigkeit trocknen die Haut zusätzlich aus.


Sonne und Sommer

Sonnenstrahlen fördern Gefäßerweiterungen, weswegen Betroffene stets an ihren Sonnenschutz denken sollten. Es werden Tagescremes empfohlen, die einen integrierten UV-Schutz beinhalten und im Sommer zusätzlich Sonnenmilch mit einem hohen Schutzfaktor. Auf Solarien sollte verzichtet werden!

Ernährung

Viele Hauterkrankungen können durch die Ernährung beeinflusst werden. So wirkt sich auch bei Rosazea die Ernährung positiv wie negativ auf die Hautveränderungen aus. Wie bei jeder anderen krankhaften Veränderung der Haut, ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung zu empfehlen. Es sollte zudem darauf geachtet werden, dass folgende Lebensmittel gemiedenwerden, da sie zu Gefäßerweiterungen und verstärkten Rötungen der Haut führen können.

• Scharfe Gewürze
• Heiße Lebensmittel und Getränke
• Alkohol
• Massiver Zuckerkonsum
• Tierische Fette

Zusätzlich sollte getestet werden, ob es individuelle Trigger in Form von Lebensmitteln und Getränken gibt. Diese sollten ebenfalls gemieden werden.


Make Up

Make Up spielt bei Rosazea-Patientinnen eine besonders wichtige Rolle. Durch die Hautveränderungen im Gesicht entsteht ein hoher psychischer Druck und die Lebensqualität wird deutlich eingeschränkt. Rötungen und sichtbare Gefäßerweiterungen können häufig nicht mit den gängigen Produkten überdeckt werden, ohne eine Verstärkung der Symptome zu verursachen. Die Verwendung von besonders hautfreundlichen Produkten (sog. Dermatokosmetika) ist zu empfehlen. Diese enthalten z.B. zusätzlichen UV-Schutz oder Grünpigmente, die die Komplementärfarbe zu Rot darstellt und Rötungen so gezielt überdecken und mindern kann.

Tägliche Tipps & Tricks

• Kalte Getränke und Eiswürfel lutschen nach dem Sport
Gefäße ziehen sich bei Kälte zusammen und können so Rötungen entgegenwirken.
• Gesichtsmassagen
Gesichtsmassagen können als Ersatz der Muskelbewegungen helfen Schwellungen zu lindern. Diese sollten wenn möglich durch Kosmetikexperten durchgeführt werden, um eine mögliche Verschlimmerung des Hautzustandes zu vermeiden.

Dr. med. Christian Greis empfiehlt: Was bei Rosazea wirklich hilft

Der am Universitätsspital Zürich praktizierende Dermatologe Dr. Greis erklärt, was seinen Patienten wirklich geholfen hat.

  1. Im akuten Stadium kann die Durchführung von Schwarztee-Umschlägen zu einer raschen Linderung der Beschwerden führen.
  2. Die Vermeidung von Triggerfaktoren ist essenziell. Bei fehlender Disziplin kann auch eine systemische Therapie nur ungenügend helfen.
  3. Die Verwendung von Ivermectin-Creme zeigt sehr erfreuliche Resultate. Dieses Medikament ist seit einigen Jahren auf dem Markt und mit Rezept in der Apotheke erhältlich.
  4. Bei der Durchführung einer antibiotischen Therapie ist die Dosierung sowie Dauer von entscheidender Bedeutung, um das Risiko einer Resistenzentwicklung von Bakterien möglichst gering zu halten.

Das Bild zeigt den Gründer von derma2go und Oberarzt des Universitätsspitals Zürich Dr. med. Christian Greis am Schreibtisch sitzend.

 

 

Die Therapie mit Antibiotika bei der Rosacea hat primär einen entzündungshemmenden Effekt. Die tatsächliche antibiotische Wirkung spielt nur eine untergeordnete Rolle.“

– Dr. med. Christian Greis

Rosazea: Sonderformen

Ophthalmorosazea
Die okuläre Rosazea tritt bei bereits an Rosazea erkrankten Patienten mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 50% auf. Sie kann jedoch auch isoliert in Erscheinung treten und zu Sehbeschwerden führen. Symptome für die Ophthalmorosazea sind erweiterte Blutgefäße in den Augen, Entzündungen der Bindehaut, Regenbogenhaut und Augenlider. In schweren Fällen kann eine Entzündung der Hornhaut auftreten, die unbehandelt bis zur Erblindung führen kann. Gerstenkörner können ein erstes Anzeichen für eine okuläre Rosazea sein.
Rosacea fulminans
Treten die gängigen Rosazea-Symptome innerhalb kurzer Zeit in besonders starker Ausprägung auf, spricht man von einer Rosacea fulminans. Diese tritt meist einmalig auf und betrifft überwiegend junge Frauen.
Gramnegative Rosacea
Bleibt der Erfolg einer Antibiotika-Therapie über einen längeren Zeitraum hinweg aus, kann eine sog. gramnegative Rosacea/ Follikulitis vorliegen. Gramnegative Bakterien konnten durch die vorgegangene Antibiotika-Therapie nicht abgetötet werden und sich überdurchschnittlich vermehren. Die Umstellung der Antibiotika-Therapie ist somit notwendig.

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