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derma2know: Vernarbenden Haarausfall behandeln

5 Fakten über vernarbenden Haarausfall

FAQ

Im Rahmen des Wachstumszyklus der Haare fallen Haare immer in geringen Mengen aus. Sollte sich jedoch das Haar in Büscheln von der Kopfhaut lösen oder ungewöhnlich viel Haar in der Bürste hängenbleiben oder sich kahle Stellen an der Kopfhaut zeigen, sind dies Hinweise auf Haarausfall.

Für den vernarbenden Haarausfall gibt es viele mögliche Ursachen, die im Rahmen von bösartigen Erkrankungen, Traumata oder von entzündlichen Erkrankungen auftreten können.

Das Jucken der Kopfhaut an sich kann nicht zu einem Haarausfall führen. Manche Erkrankungen, die zu einem vernarbenden Haarausfall führen, können jedoch mit Juckreiz einhergehen.

Haarausfall allgemein kann reversibel sein. Speziell beim vernarbenden Haarausfall kommt es jedoch zu einer irreversiblen Zerstörung des Haarfollikels, sodass nur durch operative Verfahren, wie der Haartransplantation, erneutes Haarwachstum möglich ist. Der Haarausfall kann durch eine passende Therapie je nach zugrunde liegender Problematik verlangsamt oder ausgebremst werden.

Vernarbenden Haarausfall behandeln: Mit der richtigen Therapie Haarausfall stoppen

Paulina Köhler

LUDWIG MAXIMILIAN UNIVERSITÄT MÜNCHEN

Nimmt die Haardichte ab und lichte Stellen bilden sich, kann eine Form von Haarausfall vorliegen. Nun ist es wichtig zu identifizieren, welche Alopezie sich dahinter verbirgt. Nicht jede Form von Haarausfall ist reversible, daher ist ein zügiger Arztbesuch nach erstmaligem Auftreten unabdingbar. Eine Form von irreversiblem Haarausfall stellt der vernarbende Haarausfall dar. Mehr Informationen zu vernarbendem Haarausfall, Behandlung und Prävention jetzt mit derma2go.

Definition: Was ist vernarbender Haarausfall?

Beim vernarbenden Haarausfall sind im Anschluss an den Haarausfall auf der betroffenen Oberfläche keine Haarfollikel mehr vorhanden. Aus den vernarbten Haarfollikeln kann kein Haar mehr wachsen, was den vernarbenden vom nicht-vernarbenden Haarausfall unterscheidet. Die Haarlosigkeit (Alopezie) ist bei Vernarbung irreversibel. Sie kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden. Entzündliche, autoimmune oder traumatische Prozesse wie beispielweise Verbrennungen oder lokale bakterielle Infektionen können dabei zu der beschriebenen Zerstörung des Haarfollikels führen. Auch Muttermale und bösartige Veränderungen können in den Untergang des Haarfollikels münden. Die schnelle Diagnosestellung und Einleitung der Therapie kann die Erkrankung zwar nicht heilen, aber bietet die Chance weiteren Haarausfall ausbremsen oder zu stoppen.

 

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Haarfollikel und deren Vernarbungen können mit einem sogenannten Auflichtmikroskop durch Hautfachärzte erkannt werden. Sie liefern Hinweise auf entsprechenden vernarbenden oder nicht-vernarbenden Haarausfall.

Ursachen: Wie entsteht vernarbender Haarausfall?

Die Ursachen des vernarbenden Haarausfalls sind vielfältig und können zunächst in zwei Subgruppen unterteilt werden: Der primär und sekundär vernarbenden Alopezie. Unter primär vernarbendem Haarausfall fasst man Erkrankungen zusammen, bei denen sich die Entzündung gegen die gesunden Haarfollikel wendet, ohne dass ein äußerer Auslöser erkennbar ist. Diese Entzündung kann jedoch auch durch äußere Einflüsse getriggert werden und sich dann direkt gegen den Haarfollikel richten. Besonders der Lichen ruber planopilaris, die Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes und die Folliculitis decalvans sind hierbei zu nennen. Die sekundär vernarbende Alopezie ist durch Grunderkrankungen charakterisiert, bei denen die Zerstörung des Haarfollikels Kollateralschaden des eigentlichen Krankheitsprozesses ist wie z.B. bei viralen Infektionen, Verbrennungen oder Tumoren. Die häufigste Erkrankung, die einer sekundär vernarbenden Alopezie zugrunde liegt, ist die Tinea Capitis, eine Pilzinfektion der Kopfhaut.

 

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Bei einer Autoimmunkrankheit liegt eine Störung des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem) vor. Es werden dabei körpereigene Substanzen durch das Immunsystem angegriffen.

Symptome: Wie äußert sich Haarausfall?

Die Symptome, die den vernarbenden Haarausfall begleiten, sowie die Verteilung des Haarausfalls unterscheidet sich stark je nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Die Beschwerden sind bei beiden Geschlechtern gleich im Rahmen der jeweiligen Grunderkrankungen, die die vernarbende Alopezie verursachen. Prinzipiell gibt es jedoch Erkrankungen, die häufiger bei der Frau und andere die häufiger beim Mann auftreten. Wegen unspezifischer Beschwerden sind einzelne Erkrankungen schwer zu erkennen und unterscheiden. Laboruntersuchungen des Bluts und Biopsien sind dementsprechend meist ausschlaggebend für die Stellung der Diagnose.


Lichen ruber planopilaris

Der Lichen ruber planopilaris ist eine Unterform des Lichen ruber planus an der Kopfhaut. Die Krankheitsursache konnte jeweils noch nicht endgültig festgestellt werden. Bei den Betroffenen zeigt sich eine diffuse Rötung der Kopfhaut mit Betonung der Rötung an den Haarfollikeln. Die Rötungen um die Haarwurzel können sich im Laufe der Zeit vergrößern und dabei kann es zu einer zunehmenden Verhornung um die Haarfollikel kommen. An Arealen, bei denen sich der Prozess seit längerer Zeit abspielt, zeigt sich die Kopfhaut glatt spiegelnd, ohne Rötung der Haarfollikel. Die Diagnose ist anhand der unspezifischen Klinik schwer zu stellen und erfolgt meist nach der Entnahme einer Biopsie.

Lupus erythematodes

Der Lupus erythematodes ist eine seltene Erkrankung, die häufiger bei Frauen zwischen 20-40 Jahren auftritt. Der Lupus gehört zum Formenkreis der Autoimmunkrankheiten und kann u.a. Haut, Haare, Gelenke und innere Organe betreffen. Die Beschwerden und Symptome variieren zwischen Betroffenen stark. Wenn der Lupus erythematodes Hautveränderungen verursacht, kommt es häufig auch zu einer Beteiligung der Kopfhaut und im Rahmen dessen zu vernarbendem Haarausfall. Es zeigen sich dabei an der Kopfhaut unregelmäßig geformte, scharf begrenzte Herde mit zentraler Alopezie und hellem Narbengewebe. Die haarlosen Areale können je nach Aktivität der Erkrankung und Entzündung von rotem, entzündlichem Randsaum umgeben sein und sich weiter ausbreiten. Die betroffenen Areale sind meist verstärkt berührungsempfindlich. Auch hier sichern eine Biopsie und die Ergebnisse von Laboruntersuchungen im Blut die Diagnose.

Folliculitis decalvans
Bei der Follikulitis decalvans handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung der Kopfhaut mit durchgängigem oder schubweisem Verlauf. Anfangs treten meist schmerzhafte, erhabene Rötungen um die Haarfollikel auf. Diese entwickeln sich im Verlauf zu eitrigen Pickelchen. Häufig tritt dabei aus einem Follikel ein Büschel aus Haaren als Zeichen der ablaufenden Entzündung aus. Zumeist finden sich zentral in den betroffenen Herden helle, narbige Bereiche mit der beschriebenen entzündlichen Reaktion an den Haarfollikeln im Randbereich.

Differentialdiagnose: Ist es wirklich vernarbender Haarausfall?

Der vernarbende Haarausfall lässt sich vom nicht-vernarbenden Haarausfall durch das Vorhandensein von Haarwurzeln abgrenzen. Hautfachärzte verwenden hierfür ein sogenanntes Auflichtmikroskop mit dem sie unter Vergrößerung die Haarwurzeln als schwarze Punkte erkennen können. Zur Diagnose und Unterscheidung der verschiedenen Erkrankungen spielen zudem Laborwerte aus dem Blut, die mikroskopische Untersuchung der Haarwurzeln, Biopsien und eine Mengenabschätzung des Haarausfalls durch Haarzählung und Reistest eine Rolle. Die Unterscheidung zwischen vernarbendem und nicht-vernarbendem Haarausfall ist für die Heilungschancen und –tendenzen, sowie für die Wahl der Therapie enorm wichtig. Zu den häufigsten Ursachen des nicht-vernarbenden Haarausfalls gehören die Alopezia areata, die Alopezia androgenetica, sowie Haarausfall durch Stoffwechselstörungen und die Einnahme spezifischer Medikamente.

 

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Das Auflichtmikroskop (Dermatoskop) ist eine Art des Mikroskops, das Licht auf das zu untersuchende Areal bringt und dem Untersuchenden dabei erlaubt unter Vergrößerung bestimmte Bereiche genauer zu beurteilen.

Bei der Haarzählung werden über zwei Wochen die ausgefallenen Haare gesammelt und anschließend gezählt.

Beim Reistest wird an einem Büschel (ca. 50 Haaren) gezogen und die ausgefallenen Haare gezählt.

Therapie und Prävention: Vernarbenden Haarausfall behandeln

Prävention: Vernarbendem Haarausfall vorbeugen

Aufgrund der vielfältigen Ursachen des vernarbenden Haarausfalls gibt es keine generellen präventiven Maßnahmen gegen die vernarbende Alopezie. Zur Prävention weiteren Haarausfalls bei bereits aufgetretener und diagnostizierter Alopezie ist eine schnelle Einleitung und Einhaltung der entsprechenden Therapie essentiell. Grundsätzlich ist von allen reizenden Substanzen an der Kopfhaut abzuraten, die eine Entzündungsreaktion verstärken können, wie u.a. sehr häufiges Waschen der Haare, aggressive Pflegeprodukte oder starke Sonnenexposition. Bei der sekundär vernarbenden Alopezie sind präventive Maßnahmen der entsprechenden Grunderkrankungen zu beachten.

 

Behandlung: Haarausfall stoppen

Der vernarbende Haarausfall wird je nach zugrundeliegender Erkrankung behandelt. Liegt jedoch ein entzündlicher Prozess zugrunde, hat der Facharzt je nach Ausprägung und bereits erfolgten Therapieversuchen Optionen für eine äußerliche Therapie in Form von antientzündlichen Lösungen für die Kopfhaut, antientzündliche Shampoos und Cremes. Auch für die innerliche Therapie gibt es Optionen in Form von Tabletten oder Spritzen, die den Entzündungsvorgang dämpfen oder abfangen können. Bei vernarbendem Haarausfall auf dem Boden anderer Erkrankung steht die Behandlung der Grunderkrankung und das Lindern aktueller Beschwerden im Vordergrund. Der bereits abgelaufene Haarausfall ist irreversibel, sodass selbst unter bestmöglicher Therapie zusätzlicher Haarausfall nur verlangsamt oder gestoppt werden kann. Es besteht an den narbigen Arealen jedoch manchmal die Option einer Haartransplantation.

 

Dr. med. Christian Greis empfiehlt: Das hilft bei  Haarausfall wirklich

Der am Universitätsspital Zürich praktizierende Dermatologe Dr. Greis erklärt, was seinen Patienten wirklich geholfen hat.

  1. Genaues Beobachten und Dokumentieren der Beschwerden und des Haarausfalls.
  2. Ausprobieren verschiedener Haarpflegeprodukte bei Verdacht auf bestimmte Auslöser.
  3. Frühzeitige Vorstellung beim Arzt, wenn sich kein erneuter Wuchs von Haaren an betroffenen Arealen zeigt.
  4. Konsequente Durchführung der verschriebenen Therapie, um das Fortschreiten des vernarbenden Haarausfalls zu vermeiden.

Das Bild zeigt den Gründer von derma2go und Oberarzt des Universitätsspitals Zürich Dr. med. Christian Greis am Schreibtisch sitzend.

 

“Irreversibler Haarausfall kann für Betroffene extrem belastend sein. Eine schnelle Vorstellung bei einem Facharzt ist umso wichtiger, da nur durch das Einleiten der entsprechen Therapie der vernarbende Haarausfall ausgebremst oder aufgehalten werden kann.“

-Dr. med. Christian Greis

 

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Shampoos enthalten größtenteils reizende Substanzen. Häufiges Waschen kann daher zu einer Reizung und anschließenden Entzündung der Kopfhaut oder zu Allergien führen.

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