COVID-19 Impfstoff & Allergien: Wieso eine Impfung meist trotzdem empfehlenswert ist

Die Impfbereitschaft ist bisher verhalten. Unsicherheit vor potentiellen Nebenwirkungen und allergischen Reaktionen sind gegenwärtig. Wieso die Befürchtungen oft unbegründet sind und eine Impfung dennoch risikolos erfolgen kann, erklären jetzt die Experten von derma2go.

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind gestartet, doch die Bereitschaft in der Bevölkerung, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, ist zu Teilen verhalten. Lange wurde das Vakzin erwartet und als Lösung gegen die anhaltende Pandemie präsentiert. Mit Impfstart offenbaren sich jedoch Zweifel auf Verträglichkeit und Sicherheit des Präparats. Besonders Allergiker hegen große Zweifel, ob eine Impfung aufgrund ihrer Überempfindlichkeit überhaupt ratsam ist. Als Gründe werden dabei der Ausschluss schwerer Allergiker in den Zulassungsstudien und eine reißerische Berichterstattung in den Medien genannt. Doch wie beurteilen Allergologen das tatsächliche Risiko für eine starke Reaktion auf den Impfstoff?

Expertenmeinung

„Eine kürzlich, sehr sorgfältige Untersuchung des CDC, in der Daten von fast zwei Millionen Geimpften in den USA analysiert wurden, konnte zeigen, dass schwere allergische Reaktionen nach dem Impfstoff von Biotech/Pfizer tatsächlich nur sehr selten auftreten (insgesamt entwickelten 21 Patienten eine Anaphylaxie, entsprechend 11,1 Fällen pro 1 Million Impfungen), wenn auch häufiger als zum Beispiel nach Grippeimpfung (1,3 Fälle pro 1 Million Impfungen). Mehr als zwei Drittel der Reaktionen traten innerhalb der ersten 15 Minuten nach Impfung auf.“

Prof. Dr. med. Karin Hartmann, Leiterin der Allergologie Universitätsspital Basel
„Allergien auf Impfstoffe sind bekannt, aber sehr selten.“, erklärt Prof. Dr. med. Peter Schmid, Leiter der Allergiestation des Universitätsspital Zürich. Meist werden diese durch Zusatzstoffe ausgelöst, „von denen jedoch nur wenige im neuen COVID-19 Impfstoff enthalten sind, sodass das Allergierisiko als sehr gering betrachtet werden kann“, so der Allergologe weiter. In einem allgemeinen Positionspapier der Allergie-Gesellschaften in Deutschland wird die Vermutung einer Unverträglichkeit gegenüber dem Zusatzstoff PEG (Polyethylenglykol) geäußert. So bestärkt auch Prof. Hartmann die Annahme und sagt, dass Patienten, die früher bereits auf einen Bestandteil der Impfstoffe, wie zum Beispiel Polyethylenglykol (PEG), Macrogol, Tromethamin oder Trometamol, eine Anaphylaxie („Allergieschock“) oder eine schwere Allgemeinreaktion entwickelt haben, in jedem Fall keine Impfstoffe bekommen sollten, die diese Bestandteile enthalten. Bei einem Blick in die Studie zeigt sich jedoch, dass lediglich 0,63% der Probanden allergische Auffälligkeiten auf PEG entwickelt haben.

Expertenmeinung

„Allergien auf die aktuell zur Verfügung stehenden COVID-19-Impfstoffe sind ausgesprochen selten. Die Impfung ist daher auch für die allermeisten Allergiebetroffene gut geeignet.“

Prof. Dr. med. Peter Schmid, Leiter der Allergiestation des Universitätsspital Zürich
Auch bezüglich der Sicherheit des Vakzins kann man beruhigt sein: Der Impfstoff hat ein normales Zulassungsverfahren durchlaufen und verfügt über dieselben hohen Sicherheits- und Wissensstandards wie herkömmliche Impfstoffe. Allergikern empfiehlt Prof. Hartmann bei Unklarheit die Abklärung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Allergologie und klinische Immunologie. Um zeitnah eine zuverlässige Auskunft über das tatsächliche Risiko zu erhalten, bieten Prof. Dr. med. Karin Hartmann und Prof. Dr. med. Peter Schmid ihre Beratung über die Dermatologie-Plattform derma2go an. Wer sich also unsicher ist, ob er mit einer Impfung eine schwere allergische Reaktion riskiert, kann über derma2go einfach und schnell einen Allergologen erreichen und seinen individuellen Fall schildern. Für eine Online-Konsultation wird ein Fragebogen ausgefüllt, der nur wenige Minuten in Anspruch nimmt. Wichtig dabei: Alle Daten sind sicher verschlüsselt und werden nur zwischen Patienten und Arzt ausgetauscht. Der komplette Vorgang ist ohne vorherige Terminvereinbarung möglich, sodass eine Konsultation jederzeit flexibel durchgeführt werden kann. Innerhalb von 24 Stunden beurteilen die Experten nun, ob eine Impfung mit dem neuen COVID-19 Impfstoff ein Risiko darstellt und sprechen eine Empfehlung aus.

Expertenmeinung

„Prinzipiell wäre es wünschenswert, wenn möglichst viele Allergikerinnen und Allergiker geimpft werden könnten. Zum einen, damit diese Patienten gegenüber COVID-19 geschützt sind, zum anderen, damit nicht eine größere Gruppe von Personen ungeschützt bleibt und damit die Erreichung der Herdenimmunität für alle gefährdet ist.“ – Prof. Dr. med. Karin Hartmann, Leiterin der Allergologie Universitätsspital Basel

Prof. Dr. med. Karin Hartmann, Leiterin der Allergologie Universitätsspital Basel